Chemie ist Überall. – Auch in Fotos?

 „Klar“, dachten sich ein paar schlaue Wettbewerbsleiter bei Leben mit Chemie. Als wir in der Chemie AG davon Wind bekamen, wollten wir wissen wie. Also besorgten wir uns Anmeldeformulare und Arbeitsaufträge und legten los.

Als erstes mussten wir die Materialien besorgen. Einige waren ganz normale Stoffe, die man eigentlich nicht zur Chemie ordnet:

 – Waschsoda

 – Essig

 – Wasser

 – Rote Partyglühbirne

 – Fotopapier

Dann mussten wir uns einen Raum beschaffen. In der Schule würden wir es jedenfalls nicht tun. Glücklicherweise boten sich die Großeltern eines Mitteilnehmers an, uns einen Kellerraum zur Verfügung zu stellen. An einem Wochenende trafen wir uns und bauten dort also eine Dunkelkammer auf, wie man sie für Fotoentwicklung benötigt. Endlich konnten wir anfangen zu experimentieren. Wir begannen mit der Aufgabe, die uns am besten gefiel: „Belichte und entwickle deine eigenen Schwarz-/Weiß-Fotos!“ Zuerst entwarfen wir einige Schablonen, die wir abbilden wollten. Dann schnitten wir die Stellen aus, die Schwarz werden sollten und legten sie auf das Fotopapier. Das Ganze belichteten wir eine Weile. Doch davor hatten wir noch verschiedene Bäder vorbereitet, in die wir das Foto nach dem Belichten legten. Das erste Bad entwickelte das Foto und enthielt Waschsoda [eine Base]. Das zweite Bad enthielt das genaue Gegenteil wie das erste Bad, nämlich Essig [eine Säure]. Im letzten Bad befand sich einfach nur Wasser [pH-neutral]. Nach dem Belichten legten wir das Foto erst ins Waschsoda-Bad und dann ins Essig-Bad. Danach reinigten wir es im Wasser. Die Schwierigkeit bestand darin, dass keine Waschsodalösung ins Essigbad und keine Essiglösung ins Waschsodabad gelangen durfte, da sich sonst die Säure (Essig) und die Base (Waschsodalösung) gegenseitig neutralisieren (aufheben) würde, wodurch das Foto nichts wird. Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass wir schöne Fotos entstehen lassen können. Gegen Ende unserer Experimentierreihe, stellten wir fest, dass man die Vorlagen gar nicht ausschneiden muss, sondern das es genügt, wenn einige Flächen schwarz und andere weiß sind. Wodurch wir uns einiges an Arbeit hätten sparen können. Schwieriger war dann schon eine Aufgabe, in der wir die Funktionen und einzelne Schritte zur Fotoherstellung im Internet recherchierten. Denn die Suchmaschine gab uns allerlei Hinweise zu Shopangeboten, welche uns die Fotos entwickeln wollen. Aber nicht das, was wir wissen wollten. Mit „ach und krach“ fanden wir dann schließlich die Informationen, die wir für einen anständigen Bericht brauchten. Dieser sah dann so aus: Beim Herstellen eines Fotoabzugs oder anders ausgedrückt beim Entwickeln eines Fotos wird ein Stück Fotopapier durch ein Negativ belichtet. Dabei wird beim Entwicklungsprozess, das mit Silber beschichtete Papier, an den mit Licht getroffenen Stellen schwarz bis hellgrau. Je weniger Licht auf das Papier fällt, desto heller wird die Stelle beim Entwickeln. Danach durchläuft es mehrere Bäder. Zuerst das Entwicklerbad. Bei dem das Foto entwickelt wird. Hierbei ist entscheidet, wie lange das Foto hier verweilt; wenn das Bild zu kurz, beziehungsweise zu lang im Entwickelbad ist, kann man nichts erkennen, da das Foto entweder weiß(zu lang entwickelt) oder schwarz (zu kurz entwickelt) ist. Dann kommt es in das Unterbrecher- oder Stoppbad, bei dem die Entwicklung abgebrochen wird, damit sich das Bild nicht mehr weiterentwickelt. Als nächstes kommt es in das Fixierbad, in dem dafür gesorgt wird, dass das Foto seinen jetzigen Zustand beibehält, also nicht weiter belichtet werden kann. In diesem Bad muss immer eine Säure enthalten sein. Als letztes kommt es in die Schlusswässerung, die entweder als Bad oder durch Abspülen erfolgt. Hier werden überschüssige Chemikalien abgewaschen. Wenn man die Schlusswässerung nicht durchführt, treten nach längerer Lagerung Verfärbungen in Form von gelben Flecken auf. Zum Schluss mussten wir noch einige Fotos färben. Wir verwendeten unterschiedliche Stoffe (Flüssigkeiten & Salz):

1. Seife: Das färben mit Seife ist nur wirklich ergiebig und sichtbar, wenn man sie in ausreichenden Mengen aufträgt. Es entsteht eine rötliche Färbung; an Stellen mit dicker aufgetragener Seife sieht das rot intensiver aus.

2.Tinte: Die Tinte ist gut deckend, aber wenn sie ungleich aufgetragen wird, sieht es nicht wirklich gut aus.

3.Man sieht eigentlich nicht wirklich eine Färbung, jedoch hinterließen die Salzkristalle ein dichtes, punktiertes Muster, als das Wasser verdunstet war.

4.Wasser Das Färben mit Wasser ist unnötig, da es keinerlei sichtbare Spuren hinterlässt. Zum Schluss wurden wir alle mit einer „Siegerurkunde“ beehrt, die uns [beinahe feierlich] von Frau Sommer-Kundel überreicht wurde.

Wir freuen uns, dass wir bei diesem Wettbewerb mitgemacht haben und warten schon auf die neuen Aufgaben im nächsten Jahr. Wenn ein anderer auch mitmachen möchte, so erhält er die Arbeitsaufträge, sowie den Anmeldebogen auf http://leben-mit-chemie.bildung-rp.de/ Wir können nur raten, dabei zu sein. Michael Groß Erik Werner Sascha Scherrer

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