Französisch als erste Fremdsprache – Eine gute Wahl

 

Das Gymnasium am Römerkastell bietet seinen Schülerinnen und Schülern seit Jahren an, mit Französisch anstatt mit Englisch in der 5. Klasse zu beginnen und das mit großem Erfolg.

Doch was bedeutet es für Schüler überhaupt , Französisch als erste Fremdsprache (F1) zu erlernen? Carmen Missal (Stufe 11) berichtet:

Für mich und meine Mitschüler steht fest, dass es eine einmalige Erfahrung war, mit Französisch zu beginnen. Wir hatten zwar alles in allem, weniger Englischunterricht als andere Schüler der Stufe, dafür war der Französischunterricht aber umso intensiver.

Uns wurde im Unterricht mit gespielten Alltagssituationen Französisch näher gebracht. So „kauften“ wir bei einem „marchand de fruits et de légumes“ unser Obst und Gemüse ein oder „suchten“ in einem „magasin de vêtements“ einen neuen Pullover. Aber nicht nur im Unterricht lernten wir die neue Sprache kennen. Unsere Französischkenntnisse konnten wir auch bei diversen Exkursionen unter Beweis stellen, wie beispielsweise bei einem Ausflug nach Straßburg, bei Kinobesuchen französischsprachiger Filme (Cinéfête) oder bei einem mehrtätigen Aufenthalt in Metz. Seit dem jetzigen Schuljahr nehmen alle Schüler der F1-Klasse an einem Austausch mit der Stadt Tours teil.

Die Gründe für unsere damalige Entscheidung, mit Französisch zu beginnen, waren sehr unterschiedlich. Einige besuchten am Tag der offenen Tür die „Schnupperstunde“ Französisch und fanden den Klang dieser neuen, unbekannten Sprache toll und wollten sie daraufhin unbedingt lernen. Andere Schüler begründeten ihre Wahl damit, dass wir mit Frankreich, Belgien, Luxemburg und der Schweiz europäische Nachbarländer haben, die beliebte Urlaubsziele sind und Französisch in diesen Ländern die offizielle Amtssprache ist. Insgesamt hat Französisch eine große kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung.

Es war ein großer Vorteil, dass wir so jung waren, als wir mit Französisch begonnen, da wir uns unvoreingenommen auf die französische Sprache einließen. Mit dieser Sprachgrundlage fiel es auch fast allen leicht, die zweite Pflichtfremdsprache Englisch zu lernen. Und obwohl wir mit Englisch später begonnen hatten, wählten einige von uns dann in der Stufe 11 den Englischleistungskurs und fühlen sich gegenüber den anderen Schülern nicht benachteiligt. Die Wahl von Französisch als erster Fremdsprache bedeutet also kein Nachteil für die Englischkenntnisse.

Auch mit Blick auf die Oberstufe kann man sagen, dass es sich gelohnt hat, mit Französisch zu beginnen. Da wir mehr Zeit für den Erwerb dieser Fremdsprache hatten, haben die meisten von uns gute französische Sprachkenntnisse. So verwundert es nicht, dass viele Schüler aus ehemaligen F1-Klassen auch den Französischgrundkurs oder –leistungskurs, wählen, da sie sich sehr sicher im Umgang mit der französischen Sprache fühlen. Darüber hinaus nehmen viele die Möglichkeit wahr, die DELF-Prüfung zu absolvieren und somit ein international anerkanntes Sprachzertifikat zu erlangen.

Am Ende kann man feststellen, dass kaum ein Schüler seine damalige Entscheidung bereut und fast jeder sich heute wieder für Französisch als erste Fremdsprache entscheiden würde

Carmen Missal


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