Abitur- die Zeit davor, währenddessen und danach
Hallo, ich bin Nora Gersie und gehöre zu den 128 glücklichen Absolventen des Abiturs des Römerkastells.
Ich finde es schon sehr komisch, dass nun das ganze Schulleben vorbei ist. Von heute auf morgen müssen wir nicht mehr in die Schule gehen, haben den ganzen Tag Zeit zur freien Verfügung. Und irgendwie lässt mich das Gefühl noch nicht ganz los, dass ich doch was für die Schule tun sollte. Ein paar Vokalben wiederholen, Hausaufgaben machen oder sich noch einmal den Unterrichtsstoff für eine eventuelle HÜ durchlesen.
Aber das alles ist nicht mehr. Im Moment sage ich mir noch: „Ich muss nie wieder in die Schule und lernen!“
Auch wenn das nicht wirklich stimmt, denn für das Studium muss ich ähnlich viel oder sogar mehr, als für die Schule arbeiten. Für mich besteht der Unterschied darin, dass ich beim Studium frei wählen kann, was ich gerne machen würde, und ich mit einer anderen Motivation an die Sache heran gehen kann.
Wer sich in der Stufe mal so umhört erfährt ganz verschieden Eindrücke. Die einen sagen, dass sie sich freuen, endlich das machen zu können, was sie wollen, andere sagen, dass sie zwiegespaltene Gefühle haben, weil sie Freunde und gute Klassenkameraden zurück lassen. Wiederum andere haben schon einen festen Studienplatz für das Sommersemester 2011 und wollen gleich weiter machen.
Ich persönlich empfinde die freie Zeit jetzt nach dem ABI als Enspannung, aber auch als ein bisschen einseitig. Denn es gibt keinen festen Rhythmus. Ich mache mal hier, mal dort etwas und habe eigentlich nicht viel zu tun. Andereseits kann ich nun auch die Sachen machen, für die während der Oberstufe wenig Zeit war: mehr Sport, einen Erste-Hilfe-Kurs, Vorbereitungen für mein Jahr in Ruanda,…
Vor dem Abi waren alle höllisch aufgeregt. Und so oft einem der Lehrer auch sagte, dass es nicht so schlimm sei – Viele von uns machten sich trotzdem verrückt. Einige, darunter auch ich, wollten schon in den Herbstferien 2010 anfangen für das Abitur zu lernen, manche sogar noch früher. Doch bei den meisten, die ich sprach, siegte dann die Ferienlaune und nicht eine vollegeschrieben Karteikarte sprang dabei heraus. Trotz allem haben es 128 von uns geschafft, das Abitur zu bestehen, und das ist schon mal etwas ganz Tolles. Einige mussten noch beim Mündlichen bangen, schafften es aber dann doch. Somit durften Herr Langkabel und Herr Langwasser uns am ABiball dann berechtigt die Hände schütteln.
Vielen von uns wurde schon vor diesem Festakt bewusst, dass es nun vorbei sein würde. Ich sprach mit einigen darüber, wie komisch ich es fände, dass wir nun die Ältesten seien, zu denen die Kleinen neidisch aufblickten. Wir waren es, die ihren eigenen ABI-GAG gestalten durften. Da gab es keine Schüler, die noch vor uns dran waren, wir mussten auch nicht noch fünf Jahre warten. Nein! Es ist wirklich und wahrhaftig unser Abitur.
Ich denke, dieses Gefühl ist es, das viele im Moment empfinden, gemischt mit ein bisschen Abenteuerlust und Freiheitsdrang. Der Großteil unter uns möchte erst zum Wintersemester anfangen zu studieren. Einige ganz Mutige gehen sogar noch weiter und machen erste einmal ein Soziales oder Ökologisches Jahr oder ein Jahr im Ausland.
Den Stress, den wir uns gemacht haben oder auch nicht, dürfen wir nun in Enspannung erst einmal wieder los werden. Danach sehen wir mal weiter. Es wird sich schon was ergeben.
Ich bin jedenfalls gespannt, was aus uns in zehn Jahren so geworden ist. Haben die Frendschaften gehalten? Sind die Wünsche in Erfüllung gegangen? Haben sich Einschätzungen zu Klassenkameraden bewahrheitet?
Mal schauen.
Und vielleicht schreibe ich dann, was aus uns allen so geworden ist.
Und vielleicht schreibe ich dann, was aus uns allen so geworden ist.
Jetzt erst einmal „auf Wiedersehen“ und an alle Mitabiturienten: Ich wünsche euch, dass das, was ihr euch vorgenommen habt oder noch vornehmt, auch in Erfüllung geht. Oder, dass ihr wenigstens mit dem Erreichten zufrieden seid.
Ich freue mich schon auf ein Treffen in zehn Jahren.
Nora Gersie (AG Öffentlichkeitsarbeit)
