RÖKA FORUM: „ÜberLeben an der Seite von Mördern – Chancen und Grenzen von Versöhnung am Beispiel des Völkermordes in Ruanda von 1994“

Podiumsdiskussion mit Frau Esther Mujawayo, einer Zeitzeugin, und Herrn Michael Nieden, Verein Partnerschaft Rheinland-Pfalz/Ruanda am Dienstag, dem 13.11.2012, um 19.00 Uhr in der Aula der Bleichstraße.

Im Namen der Schulgemeinschaft des Gymnasiums am Römerkastell laden wir herzlich ein zu einer Podiumsdiskussion mit Frau Esther Mujawayo am Dienstag, dem 13.11.2012, um 19.00 Uhr in der Aula der Bleichstraße.

Esther Mujawayo (geb. 1958 in Ruanda) hatte das Pech, der „falschen“ Volksgruppe (den Tutsi) anzugehören, als im April 1994 alle Hutus im Land dazu aufgerufen wurden, Jagd auf ihre Mitmenschen mit anderer Stammeszugehörigkeit zu machen. Ein unvorstellbares Massaker nahm seinen Lauf: Innerhalb von nur drei Monaten wurden ca. 800.000 Menschen auf brutale Weise ermordet. Wie durch ein Wunder hat Frau Mujawayo diesen Völkermord überlebt. Doch wie (über-)lebt man, wenn das halbe Dorf und zahlreiche Familienangehörige verschwunden sind? Wie (über-)lebt man Seite an Seite mit Nachbarn, die zu Mördern geworden sind? Auf vielfältige Weise versucht das Land Ruanda den Weg der Versöhnung zu beschreiten. Frau Mujawayo hat ihren ganz persönlichen Weg der Bewältigung gefunden – als Betroffene und als Traumatherapeutin, die täglich mit den Wunden der Opfer zu tun hat, aber auch mit den inneren Konflikten der Täter.

Esther Mujawayo hat sich bereit erklärt, einer interessierten Öffentlichkeit von ihren persönlichen Erlebnissen des Genozids in Ruanda 1994 zu berichten und für Fragen als Zeitzeugin zur Verfügung zu stehen.

Herr Michael Nieden wird die politische Situation Ruandas beleuchten und über Ursachen des Gewaltausbruchs referieren.

Tanja Schäfer

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