„Die Jugend von heute“ – wer mit dieser Floskel verbindet, heutige Jugendliche seien egoistisch, unmotiviert und desinteressiert, der muss sich von den diesjährigen Abiturienten des Gymnasiums am Römerkastell eines Besseren belehren lassen. Die Schüler hatten sich zum Ziel gesetzt, ihre Abi-Zeitung gewinnbringend zu verkaufen, um den Erlös gemeinnützigen Institutionen zu spenden. Dass dabei die stattliche Summe von 1200,- Euro erwirtschaftet wurde, hätten sich die Abiturienten selbst nicht träumen lassen. Recht schnell waren sie sich einig: 400,- Euro gehen an die eigene Partnerschule in Ruanda, 400,- Euro erhält das Kinderhospiz „Bärenherz“ in Wiesbaden und weitere 400,- Euro kommen der Alzeyer Tafel zugute.
So überreichten vier ehemalige Rökaianer, begleitet von zwei Mitgliedern der Schulleitung, Frau Borger-Schütze und Frau Schäfer, einen Spendenscheck über 400,- Euro an den Geschäftsführer der Alzeyer Tafel, Stefan Brux. Dieser äußerte anerkennend: „Es ist bemerkenswert, dass junge Menschen sich für eine so großzügige Spende für die Tafel entschieden haben.“ Nicolas Himmelmann unterstrich: „Als Alzeyer Schüler war es uns ein besonderes Anliegen, eine regionale Hilfsorganisation zu unterstützen.“ Abgerundet wurde der Besuch in der „Tafel“ durch eine Führung, während derer Tafelchef Günter F. Schulze einen ausführlichen Einblick in die Arbeit und Organisationsabläufe der Tafel gab.
Dass auch das Kinderhospiz in Wiesbaden bedacht werden soll, erklärt Verena Benzing, die in Kürze Medizintechnik in Mannheim studieren wird: „Bärenherz gibt Familien die Möglichkeit, ihr sterbendes Kind bis zum Tod zu begleiten. Todkranke Kinder dürfen dort in Würde sterben.“ Und Florian Groten, der im Oktober sein Studium der Grundschulpädagogik aufnehmen wird, ergänzt: „Ich bin sehr dankbar für meine Ausbildung am Römerkastell. Daher ist es mir wichtig, dass auch unsere Partnerschüler in Afrika an Bildung teilhaben dürfen.“
Wenn das kein Beweis ist – die „Jugend von heute“: uneigennützig, motiviert und gesellschaftlich engagiert.
