Am Freitag, den 8. November, besuchte der Landtagsabgeordnete Heiko Sippel das Gymnasium am Römerkastell, um vor den Schülern der Oberstufe über den geschichtsträchtigen 9. November zu referieren und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.
„DerZahlreich fanden sich freitags in der 5. und 6. Stunde die Schüler der MSS Leistungskurse Geschichte und Sozialkunde in der Aula der Bleichstraße ein, in der SPD-Abgeordneter Heiko Sippel traditionellerweise einen ausführlichen Beitrag zum 9. November hielt. Sippel betonte schon gleich zu Anfang, „dass es wichtig ist, miteinander ins Gespräch zu kommen". Der Alzeyer Politiker begann mit einer kurzen Vorstellung zu seiner Person und beschrieb seinen politischen Werdegang.
Schließlich kam er auf das Thema der Veranstaltung zu sprechen, das als "Spannungsbogen zwischen schönen Tagen, jedoch auch grauen dunklen Tagen" zu verstehen sei. Geschichte, dass hieße vor allem sich zu erinnern, wie es Alzey mit seiner Stolpersteinaktion bewiesen habe. „Welcher 9. November ist für euch am wichtigsten?", wollte Sippel wissen, um das Gespräch zu eröffnen. Die Antwort einer Schülerin verwies auf den Mauerfall 1989, worauf er direkt einging. Der Politiker berichtete von eigenen Erfahrungen und Emotionen, die er bei diesem Erlebnis empfunden hatte. Es sei ein "Wechselbad der Gefühle" bei diesem einschneidenden Ereignis, das zu einer letztendlich friedvollen Wiedervereinigung Deutschlands geführt habe und somit als eindeutig positiver 9. November zu bewerten sei.
Die Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 sei dagegen ein „dunkler" 9. November, der „Auftakt zu noch viel Schlimmeren war". Heiko Sippel erläuterte nicht nur die allgemeinen geschichtlichen Hintergründe, er berichtete auch konkret von Ereignissen dieser Nacht in Alzey, nämlich der dortigen Verbrennung einer jüdischen Synagoge. Auch der 9. November 1918 mit der doppelten Ausrufung der Weimarer Republik kam ebenso zur Sprache wie dem Hitlerputsch 1923, dem einige Zeit später das dunkle Zeitalter des Nationalsozialismus in Deutschland folgte. Daraufhin eröffnete der Politiker eine offene Diskussionsrunde mit den Schülern, in der die Jugendlichen durchweg zu Wort kamen, und der Landespolitiker Rede und Antwort stand.
Abschließend auf den 9. November bezogen, resümierte er, dass man auch unangenehme, unmenschliche Ereignisse unserer Geschichte nicht vergessen dürfe, um aus der Vergangenheit zu lernen und dass es auch die Verantwortung unserer jungen Generation sei, dies nicht zu vergessen und verantwortungsbewusst mit dem historischen Wissen umzugehen. Diese wichtige Botschaft vermittelte der Heiko Sippel glaubwürdig durch einen anregenden Vortrag, welcher belebt durch regionalen Bezug, uns die Geschichte unserer Landes und dieses besonderen Tages noch ein Stückchen näher brachte.
Johanna Heidenreich
