Es ist wichtig, sich der Schuld vergangener Generationen und ihrer Konsequenzen für uns bewusst zu sein. Aus diesem Grund besuchten die 10. Klassen im November 2025 das ehemalige Konzentrationslager Osthofen. Dort wurden wir über das Gelände geführt und erhielten einen Vortrag über die Geschichte des Konzentrationslager Osthofen. Es war kein Vernichtungslager, sondern ein Internieru
ngslager für politische Gefangene. Tatsächlich starb niemand in dem Lager, da man es
als Abschreckungsinstrument nutzte. Aus diesem Grund existierte das Lager auch nur eineinhalb Jahre. Über diese Zeit hielt das Lager insgesamt um die 3800 Gefangenen.
Mein Name ist Anton Auber, ich bin in der 10b, und nehme Sie nun auf unsere Exkursion mit: Als wir in Osthofen ankamen sahen wir einen rotbraunen Ziegelbau, der mehr einer Fabrik ähnelte. An dem Gebäude waren in dicken, altdeutschen Lettern die Worte „Hildebrand & Bühner Möbelfabrik Osthofen“ zu lesen. Wir gingen durch ein braunes Tor her, das dem eines alten Gefängnisses ähnelte. Wir fanden nun in einem modern ausgestatteten, aber offensichtlich alten Raum wieder, in dem man uns anwies, zu warten. Man redete mit den anderen Klassen und scherzte ein wenig herum. Dann wurde jeder Klasse ein Führer zugewiesen. Wir setzten uns in einen Halbkreis um ein Whiteboard, an dem uns unser Führer den geschichtlichen Hintergrund zum Konzentrationslager präsentierte. Danach begaben wir uns vor das Gebäude und erarbeiteten gemeinsam die Geschichte des Konzentrationslagers. Alle verhielten sich sehr respektvoll und dem Ort angemessen. Auch beteiligte sich der Großteil der Klasse sehr angeregt an dem Seminar. Dann wurden wir noch über das Gelände geführt. Wir kamen dann zum traurigen „Höhepunkt“ der Führung: der eisigen und kargen Halle, die als Schlafort und Aufenthaltsraum der Häftlinge diente. Ich kann nur aus meiner Erfahrung sprechen, aber in dieser Halle bekam ich zum ersten Mal das bedrückende Gefühl, das man bekommt, wenn man einen Ort besucht, an dem Menschen großes Leid oder sogar den Tod erfuhren. Nach einer abschließenden Besprechung im Seminarraum fuhren wir wieder zurück zur Schule.
Auch
wenn dieses Konzentrationslager uns nicht das monumentale Ausmaß der Vernichtung im Holocaust zeigte, so macht es doch begreiflich, welche furchtbare Rolle Terror, Verfolgung und Repression von Anfang an im Nationalsozialismus gespielt haben.
Text: A. Auber (10b)

