Exkursion der neunten Klassen ins Haus des Erinnerns

Am 19. und 20. Januar 2026 besuchten die Klassen 9a und 9d im Rahmen ihrer Unterrichtsreihe zu Antisemitismus und Rassismus in Sozialkunde das Haus des Erinnerns in Mainz.

In einem Planspiel, in dem eine Minderheit von Langzehen durch Kurzzehen diskriminiert und willkürlich für den wirtschaftlichen Ruin ihres Landes verantwortlich gemacht wurde, lernten wir eindrucksvoll die Mechanismen von Ausgrenzung und Rassismus kennen. Hierbei stellten wir fest, dass es unterdrückte Gruppen stärken kann, wenn sie sich zusammenschließen und sich gegen die Ungerechtigkeit wehren, bzw. von anderen Unterstützung erfahren. Ebenso wurde uns deutlich, wie häufig in einer Gruppe von Menschen der oder die Schuldige gesucht wird, anstatt eine richtige Lösung für das Problem zu finden.

Während die Klasse 9d in einem weiteren Planspiel, einer Pressekonferenz, die politische Ebene von Rassismus durchlebte und diskutierte, ging es für die 9a während ihrer Exkursion weiter zur „Neuen Synagoge“ am Synagogenplatz in Mainz. In dem eindrucksvollen Gebetsraum hatten wir die Gelegenheit, mit dem Rabbiner Aharon Ran Vernikovsky ins Gespräch zu kommen. Er erzählte uns viel über das Judentum, die jüdische Geschichte der Stadt Mainz sowie über die Geschichte und einzigartige Architektur der Synagoge. So war sie bis zur ihrer Zerstörung in der Reichspogromnacht 1938 die Hauptsynagoge in Deutschland gewesen. Besonders beeindruckend fanden wir die Tora-Rollen im Toraschrein- eine der Tora-Rollen stammt sogar noch aus der Zeit der alten Syngagoge und konnte vor der Zerstörung im Dritten Reich gerettet werden. Die „Neue Synagoge“ wurde im Jahre 2010 eingeweiht und gilt seitdem als jüdisches Gemeindezentrum und Museum in Mainz. Nachdem wir Rabbiner Aharon Ran Vernikovsky alle unsere Fragen rund um das Judentum und den zunehmenden Antisemitismus gestellt hatten, durften wir noch das ganze Gemeindezentrum und die Ausstellung zur Geschichte des jüdischen Leben in Mainz besichtigen.

Unsere Exkursion hat uns allen sehr gefallen und viel über Toleranz gelehrt.

Text & Bilder: Viktoria Zink (9a) und Elias Aviel Ullrich (9d)

 

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