Aufklärung zum Thema

In der Zeit vom 19. bis 23. November machte der Aids-Truck in Alzey Station.

Hast du schon den großen Truck vor der Schule gesehen?“ Gemeint ist der AIDS-Truck der katholischen Organisation Missio. Er reist durch ganz Deutschland und besucht dort Schulen. Vom 19. bis zum 23. November stattete er Alzey einen Besuch ab. Die Organisatoren für den Truckbesuch waren Jens Pritzkoleit (Gymnasium am Römerkastell) und sein Kollege Ludger Föhrenbacher (Elisabeth-Langgässer Gymnasium). Auch die beiden Schulleitungen ließen sich schnell von der Idee begeistern und anstecken. „Ich muss die Zusammenarbeit mit der Nachbarschule wirklich loben!“, berichtet Schulleiter Gerhardt Langkabel (RöKa).
Vorgesehen war der Besuch des Aids-Trucks für die Klassenstufen 8 bis 13. Einer der Projektleiter suchte vor dem Besuch des Trucks das Gespräch mit den Schülern, berichtete über die aktuelle Situation in Deutschland, die Ansteckungsgefahren und war natürlich offen für alle interessierten Fragen seiner Zuhörer. Anschließend wurden die Schüler mit MP3-Playern durch den Truck geführt und erfuhren entweder die Geschichte eines 14 Jahre alten Mädchens aus Uganda oder eines 17jährigen Jungen aus Südafrika, die beide mit Aids konfrontiert worden sind. „Die Scham über seine eigene Sexualität verbunden mit dem Thema Aids zu sprechen, ist vor allem bei Gymnasiasten sehr groß“, erklärt uns Pritzkoleit. „Die Schüler haben durch den Truck die Möglichkeit, persönliche Fragen zu stellen und mehr über das leider verdrängte Thema und ihre eigene Sicherheit zu erfahren“. Und tatsächlich sind viele Schüler nach dem Truck-Besuch begeistert. „Meine Erwartungen wurden nicht nur erfüllt, sondern auch übertroffen“, berichtet die 17jährige Annika Post lächelnd. „Ich habe langweilige Statistiken erwartet und keine Geschichte eines Betroffenen. Die Nachbildung seiner Welt in dem Truck war echt beeindruckend“. Es gab jedoch auch kritische Meinungen wie die des 16 Jahre alten Niclas Pichl. „Ich habe nichts Neues erfahren! Mir haben vor allem genaue wissenschaftliche Informationen gefehlt.
Am Freitagnachmittag stand der Truck schließlich auch der Öffentlichkeit zur Verfügung, die diese Möglichkeit nutzte. Sehr weit verbreitet ist immer noch die Ansicht, dass einem Aids hier in Deutschland nicht begegnen kann. Meistens wird mit dem Wort AIDS nur Afrika verbunden. Erschreckend ist, dass in Afrika viel mehr für die Aufklärung von Aids getan wird als in Deutschland. „Wir leben in einer Gesellschaft, die immer sexualisierter ist“, warnt Pritzkoleit. Die Zahl der mit Aids-Infizierten lag bereits 2005 bei 49 Mio Menschen (Berliner Morgenpost, 29.11.2005) Pritzkoleits Ziel war und ist: „Wenn sich die Schüler bewusst werden, dass sie genauso gefährdet sein können wie Menschen in Afrika und anfangen über den Tellerrand hinauszuschauen, haben wir viel erreicht!
Kira Kunze, Robert-André Vettel (AG Öffentlichkeitsarbeit)

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