Das Ziel der Schulausbildung ist es nicht nur, dass die Jugendlichen Kenntnisse in den Fächern Deutsch, Mathematik oder Geschichte erwerben, sondern von übergeordneter Bedeutung ist die Erziehung der Kinder zu verantwortungsbewussten und toleranten Menschen. Um dieses Ideal zu verwirklichen, gehören Auslandserfahrungen und die Begegnung mit Menschen aus anderen Ländern zum schulischen Angebot.
Gerade in den letzten Wochen waren die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums am Römerkastell aus Alzey sehr aktiv gewesen. In der Woche vom 18. bis 24. April 2016 war eine Schülergruppe aus dem spanischen Jávea zu Besuch an der Schule gewesen. Ziel dieses Kontaktes ist es, dass Spanisch als dritte Fremdsprache am Römerkastell stärker etabliert werden soll, berichtet Schulleiter Gerhard Langkabel, der zusammen mit der Spanischlehrerin Aina Quester die Gäste von der spanischen Costa Blanca bei Landrat Ernst Walter Görisch vorstellte. Neben Besuchen der Städte Mainz und Bingen ging es aber auch darum, dass die spanischen Jugendlichen im Alter von 14 bis 16 Jahren das Leben in ihren deutschen Gastfamilien kennenlernten.
Dies war auch das Ziel der Englandfahrt der Klasse 8a vom 25. bis 30. April. Die Schülerinnen und Schüler dieser Klasse verbrachten zusammen mit ihrer Englischlehrerin Annette Rath-Bernarding und ihrem Kollegen Jan Merz, der die Klasse im Fach Erdkunde unterrichtet, sechs Tage im englischen Canterbury. Die Klasse 8a ist eine Bilingualklasse, d.h. die Schüler haben nicht nur mehr Englischunterricht als ihre gleichaltrigen Mitschüler, sondern zusätzlich werden die Fächer Erdkunde und Geschichte auf Englisch unterrichtet. Die Jugendlichen wohnten in englischen Gastfamilien, erlebten eine Stadtrallye durch Canterbury, erkundeten per Boot den mittelalterlichen Stadtkern, unternahmen einen großen Ausflug nach London und wanderten zum Abschluss ihres Aufenthaltes auf den Klippen von Dover entlang. Gerade der letzte Ausflug hat alle noch einmal begeistert und die Englischlehrerin äußert sich sehr glücklich und zufrieden über diese Fahrt, die dieses Jahr erstmalig stattfand. „Es ist wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler, nachdem sie schon so viele Jahre Englischunterricht haben, nun endlich ihre Kenntnisse vor Ort anwenden können. Diese Erfahrung wirkt stark motivierend.“ Sie hofft nun, dass die Kollegen der Fachschaft Englisch ihrem Wunsch, dass diese Fahrt auch künftigen achten Klassen angeboten werden kann, zustimmen werden.
Zum festen Repertoire dagegen gehört der Schwedenaustausch, den Frank Nachtsheim zusammen mit seiner Kollegin Isabell Reifmann seit vielen Jahren organisiert. Das Angebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler der 12. Jahrgangsstufe. Fünfzehn Schülerinnen waren nun dieses Jahr vom 26. April bis 3. Mai zu Gast im schwedischen Uddevalla. Neben einer Einführung in das schwedische Schulsystem und dem Besuch des Unterrichts standen Ausflüge nach Göteborg, zu dem schwedischen Küstenort Lysekil und in die norwegische Hauptstadt Oslo an. Die Mädchen haben die Fahrt genossen und viele positive Erinnerungen mitgebracht. Beeindruckt hat sie vor allem der Einblick in den schwedischen Schulalltag, da dort im Unterricht alle Schüler mit ihren eigenen Laptops arbeiten und der Umgang zwischen Lehrern und Schülern sehr viel offener als bei uns in Deutschland ist, so Inken Grüner.
Gerade erst zu Ende gegangen ist der Austausch der 8. und 9. Klassen mit Josselin, welcher von Kathrin Schik organisierte wurde. „Dieses Jahr haben sich 81 französische Schüler an dem Austausch beteiligt, was uns natürlich sehr freut und stolz macht, allerdings hat es uns gleichzeitig an den Rand unserer Leistungsfähigkeit gebracht“, berichtet die Französischlehrerin. Es sei schwierig gewesen, für so viele Kinder Austauschfamilien zu finden und sie sei dankbar, dass manche deutschen Familien gleich mehrere französische Schüler aufgenommen haben. Der zehntägige Austausch mit Josselin, der in der Zeit vom 3. bis 13. Mai stattfand und die französischen Gäste neben Alzey auch nach Frankfurt und Heidelberg führte, gehört seit vielen Jahren zum festen Repertoire der Schule und üblicherweise wird Kathrin Schik von ihrer Kollegin Christine Filatzek in der Durchführung unterstützt, doch diese war zeitglich mit dem Austausch der Klasse 9f mit dem Collège Jeanne d‘ Arc aus Bernay in der Normandie, der dieses Jahr zum ersten Mal stattfand, beschäftigt. Im Unterschied zum Josselin-Austausch, an dem die Schüler teilnehmen, die Französisch als zweite Fremdsprache nach Englisch gewählt haben, haben die Schüler der Klasse 9f Französischunterricht seit Beginn der 5. Klasse. Bereits vom 18. bis 22. April 2016 waren die deutschen Schüler in Frankreich zu Besuch gewesen und neben Besuchen der Städte Caen und Rouen und Ausflügen an das Meer standen gemeinsame sportliche Aktivitäten auf dem Programm. Begleitet wurde der Austausch von den beiden Französischlehrerinnen Christine Filatzek und Raphaelle Jouille-Deibel. Der Rückbesuch der französischen Gastschüler fand in den Tagen vom 9. bis 13. Mai statt. Auf dem Stundenplan standen der gemeinsame Besuch des Kletterwaldes Wiesbaden, die Besichtigung von Mainz und eine Rheinromantiktour von Rüdesheim nach Bingen. Das Resumée der beiden Lehrerinnen fällt durchweg positiv aus: Beide Besuche haben allen viel Spaß gemacht, die Schülerinnen und Schüler haben neue Freunde gefunden und zum Schluss sind sich alle einig, dass die Zeit viel zu schnell vergangen ist und sich alle einen längeren Aufenthalt in den beiden Ländern wünschen würden. „Besser kann es nicht laufen, als dass die Schüler das Ende der gemeinsamen Zeit bedauern“, ist sich Christine Filatzek sicher. An ihrem letzten Tag, dem 12. Mai 2016, feierten alle deutschen Schüler der 8. und 9. Klassen mit ihren französischen Partnern ein großes Abschiedsfest in Wonsheim. „Auf der Feier waren um die 250 Schüler“, berichtet Kathrin Schik zufrieden. Die beiden Frankreich-Austausche haben einen glücklichen Abschluss gefunden, die deutschen Schüler besuchen hoffentlich noch motivierter als zuvor den Fremdsprachenunterricht und freuen sich auf jeden Fall schon darauf, im nächsten Jahr nach Frankreich zu reisen und dort ihre Freunde wiederzutreffen.
Christina Froesch (AG Öffentlichkeitsarbeit)
