Besuch im Europaparlament in Straßburg

Am 4. Februar fuhren die Sozialkunde-Leistungskurse der Jahrgangsstufen 12 und 13 unter der Leitung von Frau Maurer und Herrn Gensheimer nach Straßburg zum Besuch des EU-Parlaments. Nach der Ankunft fühlten wir uns gleich wie zu Hause angesichts des „Place Gutenberg“ und vieler Straßenschilder auf Elsässisch, das dem „Rhoihessische“ ähnelt. Auch die Straßburger Gastronomie profitierte von uns Deutschen (Erkenntnisgewinn: Obwohl ein Cheeseburger in Frankreich ein paar Cent weniger kostet, können wir uns in Deutschland über moderate Lebensmittelpreise freuen).

Anschließend erreichten wir das Ziel der Exkursion, als uns das imposante Gebäude des Europäischen Parlaments zu Füßen lag. Dort fand zu später Stunde eine mäßig frequentierte Plenardebatte statt. Jeder Beitrag kann in etlichen Sprachen angehört werden, der Arbeit der vielen ÜbersetzerInnen sei Dank. Im Plenum erlangten wir zudem einen Überblick über die Sitzverhältnisse im EP. Zur SVP (entspricht europäischen Sozialdemokraten) gehört der Europaabgeordnete R. Walter, auf dessen Einladung hin wir anreisen durften. In einem ausführlichen Gespräch, in dem er auf Fragen der Schüler antwortete, zeichnete der studierte Sozialarbeiter ein ebenso umfassendes wie interessantes Bild von der europäischen Politik. Dabei stellte er besonders die Tatsache heraus, dass eine Institution wie die EU Frieden zwischen den Völkern schafft. Man dürfe nicht vergessen, dass sich noch bis 1945 dieselben Staaten, die heute friedlich miteinander debattieren und um Kompromisse ringen, auf diversen Schlachtfeldern gegenüberstanden. Das Pendeln zwischen den drei EU-Standorten (Straßburg, Brüssel, Luxemburg) bezeichnete er als umständlich und zeitlich intensiv. Aber die Arbeit in den Ausschüssen sei wichtig und ermögliche interessante Begegnungen mit Menschen anderer Nationalität und Mentalität.

Im Sommer wird Walter die europäische Bühne verlassen und ein Psychologie-Studium in Trier beginnen. Die Europa-Zeit betrachtet der 50-jährige als wertvolles Kapitel in seiner langen Politiker-Karriere (saß bereits mit 21 Jahren im Stadtrat). Sein umfassendes Bild über politische Prozesse in der EU verbindet sich selbstverständlich mit dem Wunsch, dass alle Schüler im Juni bei der Europawahl ihre Stimme abgeben.

Simon Scharm

Besuch im Europäischen Parlament

Foto: Europäisches Parlament

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