Die Theater AG II spielte mit Glanz und Leidenschaft Agatha Christies "Und dann gab’s keines mehr". Am Donnerstag, den 05. März, und am Freitag, den 06. März 2009, gelang es der Theater AG II des Gymnasiums am Römerkastell, mit Witz, viel Spannung und tollen Effekten ein weiteres Mal die Zuschauer zu verzücken und sie in ihren Bann zu ziehen.
Gespielt wurde das Stück ,,Und dann gab’s keines mehr?“ von Agatha Christie, das die Autorin in Anlehnung an das Kinderlied zunächst unter dem Namen ,,10 kleine Negerlein“ veröffentlicht hatte. Um das Publikum über die Umbenennung zu informieren, trat AG-Leiterin Susanne Reinsch noch vor der Aufführung auf die Bühne und schaffte es mit spielerischer Leichtigkeit, dem Gedanken der Diskriminierung zu begegnen. Dafür schlüpfte sie in die Rolle der Agatha Christie und antwortete auf einen imaginären Brief ihres Verlegers, der ihr riet, den leicht falsch zu verstehenden Titel umzubenennen. Darauf folgte der Auftritt der jungen Schauspieler, der an allen Zuschauern nicht spurlos vorüber ging und sämtliche Erwartungen übertraf.
Geradezu profihaft verkörperten die Schauspielerinnen und Schauspieler die Personen, die nach und nach von einem unbekannten Mörder ausgeschaltet werden, weil sie alle sich verschiedener Verbrechen schuldig gemacht haben: die leichtfertige reiche Miss Marston, deren Neigung zum Weintrinken Sabine Gispert sehr komödiantisch darstellte, das diensteifrige Butlerehepaar Rogers (sehr engagiert gespielt von Jana Wielvers und Peter Germann), der alte, schwerhörige General Mackenzie, mit dem der großartig agierende Steffen Schmelzeisen etliche Lacher hervorrief, die Lady Emily Brent, deren Hartherzigkeit und Intoleranz Jenny Thiemer mit großer Bühnenpräsenz verkörperte, die Detektivin Elisabeth Blore (Annalena Artner) und die Ärztin Dr.Armstrong (Ann-Kathrin Wunderlich), denen es überzeugend gelang, die sich allmählich bis zur Hysterie steigernde Angst darzustellen, den Offizier Lombard, dessen Leichtlebigkeit Jakob Fritz mit großer Ausstrahlung verkörperte, die Sekretärin Vera Claythorne, deren wachsende Verzweiflung Marie-Luise Raumland intensiv emotional spielte, und die Staatsanwältin Laura Wargrave, die von Lea Bernhardt in einem furiosen Finale so dämonisch dargeboten wurde, dass keiner der Zuschauer unberührt blieb.
,,Es gab Stellen, an denen mir wirklich ein kalter Schauer über den Rücken lief“, gestand der ein 17-jähriger Vincenzo Cangianello. Das lag aber nicht nur am überzeugenden schauspielerischen Talent der Akteure, sondern auch an passend verwendeten Effekten. So gab es Momente, in denen die Gesichter der Schauspieler nur durch Taschenlampen beleuchtet wurden oder in denen schaurige Musik (gestaltet von Ramona Haselsteiner) eingespielt wurde. Die Technik-AG unter der Leitung von Christian Ludwig leistete mal wieder ganze Arbeit und trug wesentlich zur Stimmung bei.
Wie gekonnt die Theater-AG ihr nun schon 41. Stück auf die Bühne brachte, zeigte auch der schnelle und flüssig verlaufende Übergang zwischen der Haupthandlung und den Rückblenden, in denen weitere Mitglieder der Theater-AG die Geschichte einzelner Figuren aufrollten.
Zum Gelingen der Aufführung trug auch die Arbeit des Leistungskurses Bildende Kunst bei, der eine sturmbewegte englische Küstenlandschaft gemalt hatte.
Insgesamt brannte die Theater-AG ein zweieinhalbstündiges Feuerwerk an Spannung und Emotionen ab, für sich die Mühe und der Einsatz von Susanne Reinsch und ihren Schülerinnen und Schülern vollkommen gelohnt haben. Wir freuen uns schon gespannt auf den 42. Auftritt dieser engagierten AG.
Maximilian Gerten (AG Öffentlichkeitsarbeit)


