Jugend Forscht scheint „die Forscher von morgen“ gefunden zu haben. „Viva la Neugier“, sie besuchen das Römerkastell!
Was Hänschen schon lernt, kann Hans dann perfekt. Frühe Förderung ist der Hoffnungsfunke derer, die über PISA und das Fehlen einer Elite klagen. Wie gut also, dass es Initiativen wie „Jugend forscht“ gibt. Vor über 40 Jahren hat der Gründer des Magazins „stern“ ihn ins Leben gerufen, als Reaktion auf den schon damals in der Presse verkündeten „Bildungsnotstand“. Heute ist Forschung „in“, das beweisen die Teilnehmerzahlen: Während an der ersten Runde 1965 immerhin 244 Jugendliche teilnahmen, waren es 2005 bereits 9000! Schon die Slogans, die auf Plakaten für die Teilnahme werben, sprechen Bände. „Wir suchen die Forscher von morgen!“, war das Motto der Ur-Runde, die Aussage hat sich nicht geändert: „Viva la Neugier!“ heißt es jetzt – forscht, fragt, findet Antworten! Die Jugendlichen sind aufgerufen, sich zu interessieren, selbstständig zu arbeiten, sich durchzubeißen, eben Frust und Lust der Naturwissenschaften kennen zu lernen. Fünf Schüler des Römerkastells haben die Herausforderung angenommen. Zwei von ihnen starteten in der Juniorsparte „Schüler experimentieren“. Einer von ihnen ist der Siebtklässler Steffen Borens, quasi ein Profi. Der zweite Preis im vergangenen Jahr für die Erforschung der Blauen Holzbiene war die Motivation, die Arbeit an einer Fortsetzung auf sich zu nehmen. In diesem Jahr hat er dokumentiert, wie das eigentlich eher in Südeuropa heimische Insekt sich an die hiesigen Gegebenheiten anpasst. Im ausdauernden, wissenschaftlichen Arbeiten ist der rothaarige Junge jetzt geübt, außerdem kann er auf seinen zweiten Platz stolz sein. Der elfjährige Moritz Neesen hat sich für seine Arbeit mit Fleischfressenden Pflanzen beschäftigt. Durch Versuche kam er zu dem Schluss, dass diese durchaus auch als Vegetarier überleben können. Der Sechstklässler vermutet, dass die Insekten womöglich nur Ersatznahrung sind, weil das Sonnenlicht im natürlichen Umfeld, dem Boden des Regenwalds, kaum zu den Pflanzen durchdringt. Der blonde Junge strahlt übers ganze Gesicht, als er sich an den Wettbewerbstag in Frankenthal erinnert. „Die Präsentation der Arbeit verlief super!“ Es sei ihm leicht gefallen, die Fragen der Juroren zu beantworten. Die schienen auch wirklich zufrieden und ehrten die Mühe, wie bei Steffen Borens, mit einem zweiten Preis. In der Vorbereitung erhielten die beiden Unterstützung durch die Bio-AG der Schule von Dr. Daniela Horle. Hier erhielten sie zum Beispiel Tipps zu den Formalien der schriftlichen Ausarbeitung. Währenddessen mussten sich die übrigen drei Teilnehmer ohne weitere Hilfe mit einer Doppelbelastung arrangieren. Die Vorbereitung aufs Abitur durfte keinesfalls vernachlässigt werden. Lehrer Peter Rauth, selbst an der Organisation des Wettbewerbs beteiligt, weiß um dieses Problem, ermuntert die Schüler der MSS 13 aber trotzdem immer wieder. Der Arbeitaufwand für die Schüler halte sich in Grenzen, wenn sie ihre Facharbeiten als Projekt anmelden. Die Arbeit sei schließlich bereits erledigt, wieso dann nicht ein zweites Mal dafür belohnt werden? Carolin Sohr und Christian-Thilo Menzel konnte er mit solchen Argumenten schnell überzeugen. Für den Wettbewerb erweiterten sie ihre Facharbeit leicht, vorbereitungsintensiv blieb nur die Präsentation. Gefragt nach dem Zeitaufwand, den ihre Untersuchung der Wasserqualität des heimischen Flüsschens Selz in Anspruch genommen hat, lachen beide, eine Antwort finden sie nicht. Da die Arbeit daran ihnen meistens Spaß bereitet hat, haben sie weder Stunden noch Tage gezählt. Jetzt können die beiden stolz auf sich sein. Demnächst fahren sie nämlich zum Landeswettbewerb, ihre Arbeit gewann den ersten Platz. Der einzige Schüler, der nicht im Bereich Biologie teilnahm, war Raffael Hannemann. In der Sparte „Geo- und Raumwissenschaften“ reichte der Abiturient eine Ausarbeitung zur numerischen Berechnung von Planetenflugbahnen ein. Ein Arbeiten mit Versuchen war hier zwar nicht so gut möglich, die theoretische Auseinandersetzung mit dem Thema war aber so gelungen, dass er dafür den zweiten Platz erreichte. Jugend Forscht scheint „die Forscher von morgen“ gefunden zu haben. „Viva la Neugier“, sie besuchen das Römerkastell!
Die Schulgemeinschaft gratuliert den Preisträgern herzlich!
Simone Mölbert (AG Öffentlichkeitsarbeit)

hinten: Frau Dr. Horle, Raffael Hannemann (MSS13), Christian-Thilo Menzel (MSS13), Herr Graff
unten: Carolin Sohr (MSS13), Steffen Borrens 7c und Moritz Neesen 6b, es fehlt: Herr Dr. Hess .
