Am 10. November fand in der Gedenkstätte KZ Osthofen eine Veranstaltung zum Gedenken an die Opfer des Novemberpogroms 1938 auf dem Gebiet des heutigen Bundeslandes Rheinland-Pfalz statt.
In Form einer Lesung unter dem Titel „…weil wegen der zu erwartenden Folgen niemand die Courage dazu hatte“ haben sich die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Nackenheim mit den Berichten von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen auseinandergesetzt und so den vielen, während der NS-Diktatur verfolgten und ermordeten Personen, eine Stimme verliehen.
Zwischen diesen äußerst ergreifenden und aufwühlenden Beiträgen gestalteten Herr Denhoff und ich vom Römerkastell den musikalischen Rahmen der Veranstaltung. Die ausgewählten Stücke sollten die Perspektive der Opfer sichtbar machen.
Die Schülerinnen und Schüler aus Nackenheim verlasen historische Quellen: die Namen und Geschichten der Opfer des Novemberpogroms. Anschließend beklebten sie eine Säule mit diesen Namen.

Herr Denhoff begleitete mich am Klavier und ich sang zwei Stücke von Ilse Weber, einer jüdischen Autorin und Komponistin, die im KZ Auschwitz ermordet wurde und die beide Stücke im KZ Theresienstadt verfasste, wo diese den Menschen und vor allem den Kindern dort Trost spenden sollten. Außerdem führten wir das Stück namens „Dona, Dona“ auf, welches vor allem durch Joan Baez berühmt wurde und im jiddischen Original „Dos Kelbl“ heißt, auf. Dieses Stück stellt auf tiermetaphorische Weise den Transport von Menschen in Konzentrationslager dar.
Es kamen viele, ganz unterschiedliche Menschen, um der Veranstaltung beizuwohnen und insgesamt war es ein sehr trauriger, bewegender Abend, der mir auf ewig in Erinnerung bleiben wird.

Text: Helene Pfaff, 10d
Fotos: Christina Hendrich

