Girls Day

Am 23. April standen elf erfolgreiche Karrierefrauen den Mädchen des Römerkastells Rede und Antwort.

14 Uhr. Die Schulglocke ertönt und zahlreiche Schülerinnen des Gymnasiums am Römerkastell versammelten sich in der Sporthalle. Anlass zu diesem Treffen war der „Girls’ Day“. Das themenbezogene Projekt stand unter dem Motto „Kinder-Kerle-Karriere“. Elf beruflich erfolgreiche Frauen haben sich an Tischen platziert, um den Schülerinnen unterschiedlichen Berufszweige vorzustellen. Dies bot den Mädchen an dem Nachmittag des 23. Aprils die einmalige Gelegenheit, sich zum einen über verschiedene Berufsbereiche zu informieren und zum anderen sowohl persönliche auch als private Fragen an die Teilnehmerinnen zu richten.
Auf besonders großes Interesse stießen eine Redaktionsleiterin des ZDF, eine Soldatin der Bundeswehr und ein Mitglied des Landtages Mainz. Die Schülerinnen lauschten gespannt und interessiert den Vorträgen und beteiligten sich begeistert an den Gesprächen. Oftmals wurde die Frage nach dem Werdegang der einzelnen Kandidatinnen gestellt und der Vereinbarung von Familie und Job.
Bei Barbara Biermann zum Beispiel stellte diese schwierige Aufgabe kein sonderlich großes Problem dar. Sie arbeitet als Redaktionsleiterin im ZDF Mainz und nutzt den Vorteil der dort vorhandenen Krippenplätze. Doch bis zu ihrem jetzigen Berufsstatus hatte sie einen weiten Weg hinter sich gebracht. Alles begann mit einem Germanistik- und Theaterwissenschaftsstudium. Hinzu kam die Affinität zum Theater. Das ZDF schrieb eine Stelle als Moderatorin einer Sendung aus und daraufhin bewarb sich Barbara Biermann. Eine Zeit lang arbeitete sie in diesem Metier und beschloss danach sich umzuorientieren. „In diesem Berufszweig gibt es viele Möglichkeiten“, beteuert die Karrierefrau immer wieder. Es folgte ein journalistisches Volontariat und die anschließende Arbeit als Referentin, wo sie Programme des ZDF betreute. „In dieser Zeit habe ich auch mein Kind bekommen“, erzählte sie mit einem Grinsen im Gesicht. Heute ist sie immer noch erfolgreich in ihrem Beruf und hat ausreichend Zeit sich um die Familie zu kümmern.
So ähnlich erging es auch Jeanette Wopperer. Sie ist sehr engagiert als Mitglied des Landtages tätig. „Von Haus aus bin ich Ingenieurin und wurde von meiner Familie so erzogen, dass man sich um Gesellschaft und Demokratie kümmern muss“, erklärte sie überzeugt. Ihrer Meinung nach hat jeder Mensch Rechte und Pflichten gegenüber der Gesellschaft. Nachdem sie ihr Architekturstudium absolviert und einen Vorschlag im Gemeinderat zur Diskussion eingebracht hatte, landete sie ruckzuck in der Politik. Auch sie ist Mutter eines Kindes, ist aber froh, dass sie es vor ihrer Tätigkeit als Mitglied des Landtages bekommen hat, ansonsten wäre sie „weg vom Fenster“ gewesen.
Anhand dieser Beispiele wurde den Schülerinnen verdeutlicht, dass man Familie und Beruf mit ein bisschen Organisation unter einen Hut kriegen kann.
Um 15.30 Uhr klingelte wieder die Schuluhr und das hieß, dass der „Girls’ Day“ nun vorbei war. Langsam trudelten die Schülerinnen aus der Sporthalle, doch für die beiden Organisatorinnen Ursula Hillrichs und Simone Borger war die Veranstaltung noch nicht beendet. Die elf „Karrierefrauen“ setzten sich schließlich zu einer Feedback Runde zusammen, um sich über die verschiedenen Ergebnisse des „Girls’ Days“ auszutauschen. Insgesamt war dies eine vielversprechende Veranstaltung, die von den Schülerinnen sehr gut bewertet wurde. Allerdings zeigten sich die Teilnehmerinnen über die Nachdenklichkeit, die die Mädchen an den Tag legten, überrascht, hoffen aber durch solche Veranstaltung den Schülerinnen einige Sorgen genommen zu haben.
Sarah Mattern (AG Öffentlichkeitsarbeit)

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