Jiri Stalik, Schüler der Jahrgangsstufe 8, hat sich in diesem Jahr erfolgreich für die Mikrochipentwicklung beworben. Seine Chipidee für einen „Gyronavigationschip“ setzte sich in einem Feld von über 2000 Mitbewerbern durch.
Roboter haben einen hohen Energiebedarf. Um diesen in Griff zu bekommen, setzt Jiri auf die Entwicklung einer neuen Fortbewegungstechnologie. Der Schüler will einen Gyro-Navigation-Chip entwickeln und damit einen Roboter „zum Kugeln bringen“, also in Bewegung setzen. „Es ist ein Chip, der die Schwerpunktverlagerung in einem Kugelroboter steuert. Durch diese Art der Fortbewegung könnte ein Roboter viel Energie sparen“, erklärt der Jugendliche.
Der Dreizehnjährige ist einer der jüngsten Teilnehmer bei „Invent a Chip“, einem weltweit einzigartigen Nachwuchswettbewerb. Jetzt hat er die Chance, seinen Chip tatsächlich zu kreieren. „Er soll dann in der Lage sein, die komplizierte Kursberechnung und Kurskorrektur zu verrichten und alle Sensordaten mit Wunschkurs und aktuellem Kurs abzugleichen“, beschreibt Jiri Stalik das Konzept. Dass diese Art der Fortbewegung nur auf glatten und ebenen Flächen funktionieren könne, steht für ihn bereits fest.
Das notwenidige technische Know-how konnte er jetzt bei einem Workshop lernen. Modernes Chipdesign stand für ihn und elf weitere Teams auf dem programm. Drei Tage lang, vom 4. bis 6. Mai 2012, schulten Experten am Institut für Mikroelektronische Systeme (IMS) der Leibniz Universität Hannover die Jugendlichen. Das sei eine echte Chance, ist sich Dr.-Ing. Hans Heinz Zimmer, Vorsitzender des Verbandes der Elektrotechnik (VDE), sicher. „Es ist ein einmaliges Projekt, das frühzeitig Schülerinnen und Schülern ermöglicht, Mikrochips zu designen und eigene technologische Ideen umzusetzen.“ Den technologischen Fortschritt selbst in die Hand zu nehmen, mit diesem Ziel treten das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Technologieverband VDE zum elften Mal an. „Im elften Jahr des Wettbewerbs gibt es wieder viele tolle Ideen für neue Mikrochips: Vom intelligenten Kleiderschrank über den Sonnenschutz-Chip bis zur Optimierung von Windrädern oder einer Chip-Warnung vor Taschendieben ist alles dabei, Das Engagement von Jungen und Mädchen ist riesig und diesmal arbeiten sie erstmals auch in gemischten Teams zusammen“, so Zimmer.
Bis zum Herbst haben die Teilnehmer nun Zeit ihre Entwürfe umzusetzen. Die besten und originellsten Chip-Entwürfe werden von einer Jury nominiert und dann am 5. November in Stuttgart auf dem VDE-Kongress „Smart Grid“ der Öffentlichkeit präsentiert und von Bundesforschungsministerin Professor Annette Schavan ausgezeichnet. Dann winken den Siegern neben attraktiven geldpreisen auch die Aufnahme ins Auswahlverfahren für ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes und vielfältige Kontakte zu Industrie und Hochschulen sowie die Präsentation der eigenen Projekte auf Messen und Technikveranstaltungen.
Die Schulgemeinschaft gratuliert Jiri Stalik zu seinem Erfolg und wünscht ihm weiterhin alles Gute und drückt die Daumen!
