Juniorwahlen

Am 25.März 2011 fanden die Juniorwahlen am Gymnasium am Römerkastell statt. Hier sind die Ergebnisse im Vergleich zur zwei Tage später stattgefundenen Landtagswahl nachzulesen.

Am 27. März fanden in Rheinland-Pfalz die Landtagswahlen statt; die Resultate waren eindeutig: Ein eindeutiges „Nein“ zum Thema Atomkraft ist vor allem in Baden-Württemberg spürbar, wo mit Winfried Kretschmann höchstwahrscheinlich bald der erste „grüne“ Ministerpräsident Deutschlands die 58 jährige Regierungszeit der CDU ablösen wird.
Bereits am 25. März, dem Freitag zuvor, fanden am Gymnasium am Römerkastell die Juniorwahlen statt, bei denen die Schüler abstimmen konnten, nachdem sie sich im Sozialkunde-Unterricht über das rheinland-pfälzische Wahlsystem und die Wahlprogramme der Parteien informiert haben.
Das Ziel der Juniorwahlen ist eine Einschätzung der Einstellungen der Jugendlichen, die noch nicht wahlberechtigt sind. Außerdem sollen sie so bereits an den Wahlvorgang herangeführt und ihr Interesse an der Politik frühzeitig geweckt werden. 
Die 166 Schüler, von denen 140 ihre Stimme abgegeben haben, haben sich wie folgt entschieden:
Die meisten Wahlkreisstimmen erhielt Heiko Sippel, der Kandidat der SPD (59), nur sieben Stimmen weniger erhielt Elisabeth Kolb-Noack von den Grünen. Nun wird der Abstand größer, der CDU-Kandidat Heinz-Hermann Schnabel erhielt nur 19 Stimmen, die Kandidaten der LINKEN und der FDP jeweils vier Stimmen und einmal wurde für Stephan Krell von der ÖDP abgestimmt.
Bei der Auszählung der Landesstimme lagen die GRÜNEN mit 31,7 % vorne, mit ungefähr 10 Prozentpunkten Abstand folgte die SPD (22,3%). 15,1% erhielt die Piratenpartei, dicht gefolgt von der FDP mit 14,4 %. Die CDU befindet sich mit 10,1% der Stimmen im hinteren Mittelfeld, die Schlusslichter bilden die LINKE mit fünf Stimmen (3,6%) und die NPD, für die einmal (0,7%) abgestimmt wurde. Keine Stimme erhielten die ÖDP, die Partei FREIE WÄHLER und die DDP.
Im Vergleich mit der Landesweiten Wahl fällt auf, dass die beiden Parteien mit den meisten Stimmen, also GRÜNE an erster und die SPD an zweiter Stelle, übereinstimmen. Allerdings haben landesweit 16,7 % der Schüler ihre Stimme der CDU gegeben, die somit an dritter Stelle steht. Für die Piratenpartei sind an unserer Schule im Vergleich überdurchschnittlich viele Stimmen abgegeben worden, während landesweit mehr Schüler (1.376, d.h. 6,3%) für die NPD gestimmt haben.
Der Vergleich mit der landesweiten Juniorwahl von 2006 zeigt ähnliche Veränderungen auf wie solche, die bei der Landtagswahl aufgetreten sind. Die GRÜNEN konnten mehr als das Doppelte ihrer vorherigen Stimmen erzielen (2006: 13,5%, 2011: 29,8%), die SPD hat stark an Stimmen verloren (2006: 38,96%, 2011: 25%). Auch die CDU muss Verluste bekunden, die sich aber im Vergleich zur SPD in Grenzen halten (2006: 19,5%, 2011: 16,7%). Während die FDP bei den Wahlen 2006 noch fast 10% der Stimmen erhielt, lag sie bei den Wahlen 2011 knapp unter der Fünf-Prozent-Hürde (4,9%).
Wie sich die einzelnen Schüler entschieden haben, soll natürlich nicht verraten werden, auch hier gilt nämlich das Wahlgeheimnis. Aber die Gründe für die Entscheidungen der Schüler sind bekannt; sie unterscheiden sich nicht stark von denen der erwachsenen Wähler. Umwelt-; Atom-; und Klimapolitik stehen im Vordergrund, die Japan-Katastrophe spielt bei der Entscheidung eine große Rolle. Aber auch Bildung und Schulsystem sind Themen, die den Jugendlichen wichtig sind. Für Akin Cekic zählt außerdem die Haltung, die eine Partei den Migranten gegenüber zeigt.
Insgesamt erfährt das Projekt „Juniorwahlen“ eine gute Resonanz, die Schüler zeigen sich engagiert und informiert und halten die Aktion für sinnvoll. Trotzdem sind auch hier Zeichen von Politikverdrossenheit spürbar, „die reden die ganze Zeit nur und machen Wahlversprechen, die sie am Ende nicht halten können“, findet Lena Grebner.
Kein Wunder also, dass es auch unter den Schülern auch einige überzeugte Nichtwähler gibt, die Wahlbeteiligung lag bei 84,3%.
 
Lola Nacke (AG Öffentlichkeitsarbeit)
 
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