Nach etwas weniger als einem Jahr Probenzeit hat die Theater-AG II des Römerkastells mit „Krabat" von Ottfried Preußler ein weiteres Theaterstück auf die Beine gestellt. Alles stand wie immer unter der Leitung von Susanne Reinsch, die schon seit vielen Jahren die Theatergruppen leitet.
Nach der Begrüßung durch Almut Grode wurde das Stück durch die drei Sternensänger Sarah Acker, Melanie Reitz und Lukas Longerich eröffnet. Jeder Platz im Publikum war besetzt und schon vor Beginn herrschte eine gute Stimmung unter den zahlreichen Leuten. Aufgeführt wurde – unter großem Einsatz von Requisiten, Scheinwerfern und Lautsprechern – auf einer großen Bühne in der Mensa. Die beiden Hauptrollen hatten einmal Lukas Longerich als Krabat und Kyra Klos als Meister inne, jedoch sollten keine Einzelleistungen hervorgehoben werden, da alle Beteiligten eine gelungene Gesamtvorstellung geliefert haben. Nun zum Inhalt: Es wird die Geschichte des Jugendlichen Krabat, erzählt, der seine Lehrzeit in der besagten Mühle beginnt und sich in die Obhut seines Meisters begibt, nichtwissend dass es sich bei Mühle um eine Schule für Schwarze Magie handelt. Erst nach und nach und mit Hilfe der anderen Müllersburschen und insbesondere des Gesellen Tonda (Julia Höhn) wird sich Krabat über den wahren Ort seines Aufenthaltes klar. Doch in der Silvesternacht kommt Tonda auf mysteriöse Weise ums Leben und Krabat beginnt das böse Spiel, das der Meister, der sich im Bunde mit dem Gevatter Tod (Lukas Riemer) befindet, zu durchschauen. In jeder Silvesternacht wird einer der Müllergesellen vom Meister geopfert und durch einen neuen Burschen ersetzt, damit dieser nicht selbst sein Leben verliert. Krabat selbst wird zum besten Schüler seines Meisters und zeigt sich beeindruckt von der Macht des Bösen über andere Menschen. Kraft verleiht ihm die Liebe zu einem Mädchen namens Kantorka (Nina Jelinek). Dennoch überwindet er seine Trauer über den Tod seines Freundes Tonda nicht. Nach dessen Tod nimmt Juro (Britta Steinke) seine Stellung ein und wird Freund und Vertrauter Krabats. Juro spielt seine Einfältigkeit nur vor, um den Meister in Sicherheit zu wiegen. Er vertraut Krabat an, dass er und die anderen Müllersburschen (Vivienne Czech, Pia Metzler, Clarissa Brauns, Leonie Wurster, Melanie Reitz) nur gerettet werden können, wenn Krabats Mädchen ihn in der Silvesternacht freibittet. Ihre Aufgabe besteht darin, ihn unter allen anderen Müllergesellen zu erkennen. In der Zwischenzeit schlägt der Meister Krabat vor, diesem zu seinem Nachfolger zu machen, während er sich unter die Menschen begeben will, doch Krabat lehnt dieses Angebot ab, da er nicht Schuld tragen will am Tod der Gesellen. Daraufhin will der Meister Krabat in der nächsten Silvesternacht opfern. Krabat zögert und hat Angst um ihr Leben, doch Kantorka besteht die Prüfung und erkennt unter den Raben, in die der Meister die Müllersburschen verwandelt hat, ihren geliebten Krabat und befreit so diesen und die anderen Gesellen. Der Meister kommt in der gleichen Nacht um.
Die Aufteilung der weiteren Rollen neben den zwei Hauptrollen wurde sehr gut umgesetzt und jeder Schauspieler hatte jeder genug Rede- und Bühnenzeit. Die Einzelleistungen wurden durch den zahlreichen Szenenapplaus des Publikums noch einmal besonders gewürdigt. Durch die ganze Vorstellung hinweg wurde die düstere Stimmung gut wiedergegeben und kam durch die Schauspieler sehr authentisch rüber. Ebenso wurde der innere Kampf von Krabat am Ende des Stücks sehr deutlich. Wegen ihrer nahezu schauspielerischen Leistung hatten sich die Akteure auch den schier endlosen Applaus des Publikums redlich verdient. Aber nicht nur die Schauspieler verdienen Lob, sondern auch ohne die unterstützenden Lehrer (Christoph Rüb, Ramona Haselsteiner, Sigrid Bauer), motivierte Eltern und insbesondere ohnedie Technik-AG von Roland Berens wäre das gesamte Unternehmen überhaupt nicht möglich gewesen.
Jetzt heißt es wieder zu warten und gespannt zu sein, bis sich nächstes Jahr wieder der Vorhang lüftet..
Niklas Menzel (AG Öffentlichkeitsarbeit)
