Müll – Leben in die Tonne treten?

Abiturientinnen organisisieren vom 5. bis 9. März  Aktionswoche am Römerkastell, um auf Missstände aufmerksam zu machen

Mit großem Einsatz und einer Menge Ideen traten die beiden Abiturientinnen Laura Knobloch und Christiana Ijezie bereits im September des vergangenen Jahres an Schulleiter Gerhard Langkabel heran, letztendlich verwirklicht wurden ihre Vorstellungen allerdings erst nach dem schriftlichen Abitur. Am Informationsabend zum Thema „Lebensmittelverschwendung“, einer von vielen Veranstaltungen während der Aktionswoche, dankte Herr Langkabel den beiden Schülerinnen für ihr großes Engagement.

Neben verschiedenen Filmvorführungen mit anschließenden Diskussionen in den höheren Klassenstufen des Gymnasiums, selbstgestalteten Infoboards und besagter Abendveranstaltung, sammelt das Team der Aktionswoche Spenden für die Kindernothilfe. Auch die Patenschaft für das Kunstwerk, das von einem Teil der Unterstufe des Gymnasiums in Zusammenarbeit mit dem Kunstlehrer Christian Eich gezaubert hatte, wurde versteigert um Spenden zu erwirtschaften.

Nach den Eingangsworten der Organisatorinnen und ihrem Dank an alle Helfer lenkte Herr Schwitzgebel von der Kindernothilfe den Blick auf die Not am Horn von Afrika. In seinem informativen Vortrag betonte er, dass der Kindernothilfe vor allem die langfristige Verbesserung der 9,5 Millionen Unterernährten in Ostafrika am Herzen liege. Für den Hunger macht er vor allem den Klimawandel und die Nahrungsmittelspekulationen verantwortlich. Beides Probleme, die die westliche Welt verursacht.

Mit der Vorführung des aktuellen Kinofilms „Taste the Waste“ von Valentin Thurn, verbanden sich die beiden Themen des Abends: auf der einen Seite der Überfluss in der westlichen Welt und auf der anderen der Hunger in Afrika. Zu den eindruckvollsten Statements dieses Films gehört, dass man mit dem Essen, das in den USA und Europa weggeworfen wird, alle Hungernden der Welt ernähren könnte. Dreimal.

Ganz im Sinne des Filmes gab es ein großes und leckeres Buffet, das nur aus Spenden von Edeka Bruder und Bembenik, Aldi Süd im Industriegebiet, Naturalis, Beckers Vitamingarten, dem Bioladen in Wörrstadt, den Bäckereien Best, Dyrauf, Petry und Kindlmann, Hit und Netto in Kirchheim-Bolanden stammte. Lediglich die sechs Packungen Servietten mussten gekauft werden. Aus den Lebensmittelspenden bereiteten Schüler der Oberstufe leckere und gesunde Gerichte zu. Die Märkte spendeten nur Lebensmittel, die eigentlich im Müll gelandet wären. Schon die Tatsache, dass sich viele Menschen mehrmals den Teller voll luden, beweißt, dass nicht alles, was laut Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist oder bald wäre, auch schlecht ist.

Die Hoffnung des Abends war, dass er weiterwirken wird. Dass das Team zusammen einigen Menschen klar gemacht hat, was sie ändern können. Und dass dadurch die Welt ein klein wenig besser wird.

Von Michelle Kunz

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