Palliativmedizin – (k)ein Tabuthema

"Älterwerde, Sterben und Tod", dies sind nur einige Themen, welche Menschen auf der ganzen Welt betreffen. Doch leider werden sie immer wieder verschwiegen oder nur sehr oberflächlich behandelt.Um eine neue und offene Sichtweise auf diese Tabuthemen zu werfen, referierte der Mediziner Christoph Kern am Donnerstagabend, den 25. August 2011, am Alzeyer Gymnasium am Römerkastell über das Thema "Lebensräume erfahren – Vortrag und Diskussion zur Palliativmedizin".

Am Anfang des Vortrages erläuterte der Oberarzt und Leiter der Palliativstation des DRK- Krankenhauses dem zahlreich erschienenen Publikum zu aller erst, worum es sich bei der Palliativmedizin, deren Prinzip und Ziel handelt. Der Arzt erklärte, dass mit dieser Art der Medizin Patienten behandelt werden, die an einer unheilbaren, immer weiter fortschreitenden Krankheit (z.B. Krebs, einem starken Schlaganfall oder Multiple Sklerose) leiden. Die Betroffenen bekommen Medikamente, welche die Symptome, unter anderem Atemnot, Erbrechen oder große Schmerzen, lindern sollen. Ziel der Palliativmedizin ist es, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern und ihnen mehr Lebenszeit zu ermöglichen. Der Mediziner berichtete aber nicht nur von seiner Arbeit, sondern auch von der Palliativstation im Krankenhaus. Dort stehen auf einer eigenen Etage fünf Zimmer und ein Aufenthaltsraum mit einer Küche für die Patienten, deren Angehörige und dem Personal zur Verfügung. Doktor Kern lobte während des gesamten Vortrags immer wieder die Arbeit der Krankenschwestern, welche herausragend arbeiten und deren Arbeit auch gleichzeitig Berufung bedeutet. Nach dem fast einstündigen Vortrag des Arztes blieb den Zuhörern auch noch genügend Zeit, selbst Fragen zu stellen. Viele wollten von dem Oberarzt wissen, ob zu seinen Patienten ausschließlich ältere Menschen oder auch schon jüngere Menschen gehören und ob ihn bestimmte Situationen seiner Arbeit im Krankenhaus auch noch nach Dienstschluss beschäftigen. Dabei stand er den Besuchern Rede und Antwort und beantwortete geduldig und ausführlich alle Fragen der Zuhörer. Zu dem Vortrag am „Röka“ kam es, nachdem Doktor Kern Ende Mai eine Anfrage an die Schule gerichtet hatte, ob Interesse zu diesem Thema bestehe, da es doch es doch gerade für junge Leute ein Tabuthema sei. Jens Pritzkoleit, Deutsch- und Philosophielehrer am „Römerkastell“, hat die Anfrage weitergeleitet, sodass der Vortrag und die Diskussionsrunde am Donnerstagabend stattfinden konnten. Für den Lehrer ist der Vortrag wichtig, denn Sterben darf kein Tabuthema sein, da diese Tatsache zum Leben dazu gehört. Aber auch die Besucher zeigten sich sehr bewegt vom dem zum Nachdenken anregendem Vortrag. Die Schülerin Anna Mattheis findet es gut, dass es Menschen wie Herrn Dr. Kern und die Krankenschwestern der Palliativstation gibt. „Sie helfen den Patienten und ermöglichen ihnen, ein Leben ohne Schmerzen führen zu dürfen. Außerdem sprechen sie ihnen immer Mut zu, sodass die Menschen auf der Station wissen, dass sie nicht alleine in ihrer Situation sind und immer Unterstützung finden!“, berichtet die 12. Klässlerin weiter. So war es am Ende des Vortrages nur selbstverständlich, dass dem Referenten mit langem Applaus gedankt wurde.

Carmen Missal (AG Öffentlichkeitsarbeit)

BACK