Schule – mehr als nur Verpflichtung

Der bilinguale Unterricht kommt bei den Fünftklässlern gut an.

Kinder lachen laut schallend, rennen um die Tischtennisplatte und spielen “Rundlauf”. Daneben stehen zwei Jugendliche, scherzen mit ihnen und haben dennoch ein waches Auge auf ihre “Schützlinge”. Ein Spielplatz? Nein. Dies ist eine Situation in der Mittagspause im Schulhof der Außenstelle des Gymnasiums am Römerkastell. Seit dem Schuljahr 2008/2009 haben die bilingualen Schüler der fünften Klassenstufe einmal in der Woche acht Unterrichtstunden, da sie statt den üblichen fünf Stunden Englisch sieben in der Woche erteilt bekommen und nun nicht mehr alle Unterrichtsstunden am Vormittag unterricht werden können. Jedoch ist dieser “Bili”-Unterricht nicht als ein normaler Englischunterricht einzustufen. “Englisch soll durch den bilingualen Unterricht für die Schüler von der Fremd- zur Zweitsprache werden”, so Jochen Marx, der als Englischlehrer bilinguale Klassen betreut. Die Schüler erhalten keine Noten in den beiden zusätzlichen Stunden und ihnen wird die neue Sprache spielerisch näher gebracht und somit weiter vertieft. Erst in der sechsten Klasse findet die methodische Vorbereitung auf den Sachfachunterricht statt. Doch bevor es wieder in den Unterricht geht, steht den Schülern  von ein bis zwei Uhr die Mittagspause zur freien Verfügung, während der sie allerdings auch beaufsichtigt werden müssen. Um diese Aufsichtspflicht neben einem Lehrer auch älteren Schülern zu übertragen ,“hat die Schulleitung Überlegungen angestellt, welche Jahrgangsstufe dafür am besten geeignet wäre”, erklärt Simone Borger, Lehrerin für Biologie und Erdkunde am Römerkastell. So sind nun ein Lehrer und sechs Schüler der zehnten Klasse Ansprechpartner für unsere Jüngsten. Die Jungendlichen betreuen die Fünftklässer jeweils in Zweiergruppen im Aufenthaltsraum, im Schmökerraum und im Schulhof. “Sie können uns immer helfen, wenn wir zum Beispiel eine Frage bei den Hausaufgaben haben. Außerdem spielen sie auch mit uns. Wir sind froh, dass sie da sind”, so schildern Katharina Schaaf und Katharina Freitag, beide Schülerinnen der fünften Klasse, das Zusammensein mit den Älteren.Vielleicht werden sie sich in ein paar Jahren selbst in der betreuenden Position wiederfinden. Wenn sie “Bili” beibehalten würden, hätten sie in der siebten und achten Klasse zusätzlich das Fach  Erdkunde und in der neunten und zehnten Geschichte teilweise auf Englisch. Doch jetzt wieder zurück in die Gegenwart. Denn auch das leibliche Wohl kommt in der Mittagspause nicht zu kurz: Bei Herrn Lamb, dem Hausmeister der Außenstelle, bekommen die Kinder auf Bestellung Brötchen mit Würstchen, Frikadelle, Schnitzel oder Fleischkäse zu angemessenem Preis. Zudem können sie Getränke, Obst und im Sommer sogar Wassermelone kaufen. Normalerweise sehen die meisten Menschen zusätzliche Arbeit eher als Belastung an.Doch auf meine Frage, ob sie denn den bilingualen Unterricht und somit die acht Stunden wieder wählen würden, antworten die beiden Fünftklässerinnen sofort: “Ja, auf jeden Fall. Es macht so viel Spaß. Was denken Sie? Würde es Ihrem Kind genauso viel Spaß machen?

 Verena Hof   (AG Öffentlichkeitsarbeit)

 

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