Seit nunmehr sieben Jahren gelingt es Helga Schuhmacher, eine Vielzahl von Schülerinnen und Schüler im Rahmen ihrer Arbeitsgemeinschaft für soziale Tätigkeiten zu begeistern. Eine finanzielle Entlohnung erwarten die Schüler nicht, der Dank der betreuten Menschen und die Freude an der Arbeit stehen im Vordergrund.
„Ich hätte nie gedacht, dass es so lustig ist und so viel Spaß macht, mit kleinen Kindern zu spielen“, so resümiert Sebastian seine Zeit im Kindergarten im Rahmen der AG „Soziales Engagement“.
Diese bietet seit 2005 Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums am Römerkastell die Chance, sich ein Jahr lang eineinhalb Stunden in der Woche sozial zu engagieren.
Ermöglicht hat dies Helga Schumacher, die das Projekt vor sieben Jahren ins Leben rief. Ihre Intention war dabei die Vermittlung sozialer Kompetenzen durch persönliches Engagement. Auf die Idee kam sie durch die Teilnahme an Programmen in den USA und Kanada, wo sie Schulbesuche machte und dort als ein Unterrichtsfach der Besuch von Kindergärten auf dem Stundenplan stand. Da sie ebenfalls Beratungen für Auslandsaufenthalte macht, wusste Helga Schumacher, dass vor allem auch soziale Tätigkeiten gefragt sind. So beschloss sie als Lehrerin am Röka entsprechende AG ins Leben zu rufen. Obwohl sie seit 2005 in Altersteilzeit ist, betreut sie die AG und steht jeden Montag für Fragen und Rückmeldungen der Schüler zur Verfügung.
Auch in diesem Jahr beteiligen sich 66 Schüler der Klassenstufen 8 bis 12 an der AG. Etwa 80% der Schüler gehen in insgesamt 55 Kindertagesstätten, die restlichen 20% besuchen einmal pro Woche acht Senioren- oder Behinderteneinrichtungen.
Ganz neu ist seit diesem Jahr auch eine Einrichtung für therapeutisches Reiten in Wonsheim. Marie-Kristin Euschen, die sich dort schon seit Mai engagierte, fragte Helga Schumacher, ob sie dies auch im Rahmen der AG machen könne und so wurde die Einrichtung in das Projekt aufgenommen. Durch die Arbeit mit Tieren kam natürlich die Frage nach der Versicherung auf. Jedoch konnte Helga Schumacher nach Rücksprache mit Schulleiter Gerhard Langkabel grünes Licht geben. Marie-Kristin findet es toll, dass sie so Hobby und Schule verbinden kann. Anfangs machte sie vor allem Stallarbeit und half den Behinderten vor den Stunden die Pferde fertig zu machen. Mittlerweile kann sie direkt bei der Therapie mitwirken und die Therapeuten unterstützen. „Ich freue mich, weil die behinderten Menschen so viel Spaß und Freude haben und es ist immer wieder erstaunlich, wie gut sie sind. Da bin ich manchmal ganz sprachlos!“, resümiert Marie-Kristin ihren Einsatz. Nach der Schule will sie das therapeutische Reiten zwar nicht zu ihrem Hauptberuf machen, möchte aber auf jeden Fall auf sozialer Seite weitermachen.
Belohnung erwarten die Schüler für ihr Engagement nicht. „Nach nur zwei Wochen haben die Kinder mich schon an der Tür erwartet!“ erzählt Sebastian, der zwei Jahre in seinem alten Kindergarten war. Das, der Vermerk im Zeugnis und die Teilnahmeurkunde am Ende des Schuljahres sind Anerkennung genug für die Jugendlichen. Die gesammelten Erfahrungen werden sie auch für ihr weiteres Leben noch gut gebrauchen können.
Helga Schumacher freut sich, dass so viele junge Menschen motiviert werden können und hofft, dass dieses Projekt auch in Zukunft Jugendliche ansprechen kann und weitergeführt werden wird.
Verena Benzing (AG Öffentlichkeitsarbeit)
