Umwelt-AG des Gymnasiums am Römerkastell berät Bildungspolitiker aus aller Welt

Anlässlich der UNESCO Weltkonferenz "Bildung für nachhaltige Entwicklung", welche vom 31. März bis zum 2. April 2009 in Bonn stattfand, gestaltete die Umwelt-AG unter Leitung von Lutz Quester einen von etwa 40 angebotenen Workshops. Im Mittelpunkt standen Energiesparprojekte in Schule und Elternhaus, die dem fachkundigen Publikum präsentiert wurden.

Insbesondere das von der AG initiierte Projekt „Win- Win“, eine Idee zum Energiesparen im eigenen Haushalt, wurde dem internationalen Publikum präsentiert. Dabei schließen Schüler einen Vertrag mit ihren Eltern ab, in dem sie sich verpflichten, Energie über einen bestimmten Zeitraum zu sparen und die dadurch eingesparten Kosten gleichmäßig auf zu teilen. Dadurch erhalten die Jugendlichen einen Zuschuss zum Taschengeld, gleichzeitig werden allen Familienmitgliedern die im Haushalt anfallenden Energiekosten vor Augen geführt. Darüber hinaus ist der Erfolg abhängig von notwendigen Absprachen und gemeinsamen Handeln. Durch die Berechnung des eingesparten Klimagases CO2 wird der ökologische Aspekt für alle Beteiligten deutlich. Somit werden ökonomische, soziale und ökologische Komponenten durch das Win-Win-Projekt angesprochen und daher allen Beteiligten nachhaltiges Handeln bewusst gemacht. 
Einige Teilnehmer äußerten sich begeistert über das Projekt und versprachen sogar, dieses in ihrem Heimatland einzuführen. Am Ende der Präsentation wurde eifrig diskutiert und gefachsimpelt. Auch Politiker, wie z.B. die Bildungsministerin des Südafrikanischen Staates Sambia, und Vertreter verschiedener internationaler Bildungseinrichtungen, zeigten großes Interesse.
Zum Abschluss hatten alle neun Schüler der Umwelt-AG in lockerer Atmosphäre beim gemeinsamen Abendessen die Möglichkeit, persönliche Kontakte zu knüpfen und Adressen auszutauschen.
Bei der Verabschiedung wurde allen bewusst, dass bei so viel Aufgeschlossenheit und Freundlichkeit der internationalen Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft in gegenseitiger Anerkennung und Frieden berechtigt zu sein scheint.

Knapp einen Monat später fand am Mittwoch, dem 29. April2009, im Mainzer Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz die Auftaktveranstaltung zum Win-Win-Projekt statt.
Auf einer Fortbildungsveranstaltung Ides Institutes für schulische Fortbildung und schulpsychologische Beratung des Landes Rheinland-Pfalz (IFB) sowie der Landeszentrale für Umweltaufklärung (LZU) stellten die Mitglieder der Umwelt-AG ihr Projekt vor. Achtzig Lehrerinnen und Lehrer aller Schularten aus Rheinland-Pfalz folgten gespannt der Präsentation des schon seit drei Jahren erfolgreich am Römerkastell durchgeführten Projektes.
Roland Horne von der LZU versprach allen Lehrerinnen und Lehrern, die Win-Win auch an ihrer Schule einführen möchten, seine Unterstützung und einen Satz Energiemessgeräte an. Bei einer Teilnahme von etwa fünfzig Schulen ist die LZU auch bereit, Infrarot-Kameras zu erwerben, mit denen dann die Schüler ihr Elternhaus auf Wärmeverluste untersuchen können. Somit ist Win-Win ein Projekt, bei dem es wirklich nur Gewinner gibt.

Marco Strehler

Umwelt AG

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