Wir erfreuen uns im Advent an hell erleuchteten Häusern und schön geschmückten Gärten, auch die Einkaufsstraßen der Städte erstrahlen im vorweihnachtlichen Glanz. Die wenigsten Menschen denken aber an den enormen Energieverbrauch der Beleuchtung – nicht so die Mitglieder der Umwelt-AG. Die zwölf Mädchen und Jungen um ihren AG-Leiter Philipp Meisinger nehmen sich gerade während der dunklen Monate dem Thema Energiesparen an, um das Bewusstsein der Schüler für den eigenen Energieverbrauch zu schärfen und Wege aufzuzeigen, wie Energie im Alltag gespart werden kann.
Am letzten Schultag vor den Ferien lud die Umwelt-AG die Teilnehmer des sog. „Win-Win-Projektes“ zu einer Informationsveranstaltung in die Bleichstraße ein. Hierbei handelt es sich um ein Projekt, das sich in zwei Phasen gliedert, erläutert der AG-Leiter. Während der ersten drei Monate überprüfen die Teilnehmer des Projektes den monatlichen Energieverbrauch im Elternhaus. Während dieser Zeit stehen sie im Kontakt mit den Mitgliedern der Umwelt-AG, die sie immer wieder an die monatlichen Messungen erinnern. Jetzt zu Beginn der zweiten Phase, die ebenfalls drei Monate dauern wird, werden den 14 teilnehmenden Fünftklässlern Wege aufgezeigt, wie im Alltag sehr leicht Strom gespart werden kann. Zu diesem Zweck haben die engagierten Jugendlichen der Umwelt-AG einen Energieparcours aus mehreren Stationen aufgebaut, um verschiedene Möglichkeiten zu demonstrieren: Wenn man richtig lüftet, kann man bereits eine Menge Energie einsparen, weiß Kilian Gallo zu berichten. Wichtig ist, dass die Fenster und Türen gut schließen und der Schüler empfiehlt eine mehrfache Stoßlüftung im Laufe des Tages. Auf einem Tisch vor ihm stehen drei kleine Holzhäuser: eines verfügt über ein gut isoliertes Fenster, bei einem weiteren ist das Fenster die ganze Zeit gekippt und bei dem dritten Modell ist deutlich zu erkennen, dass die Fenster nicht dicht schließen. Über eine Wärmebildkamera erkennen die interessierten Schüler der fünften Klassen, dass der Energieverlust bei den Häusern zwei und drei am höchsten ist, da die ganze Zeit geheizt werden muss, ein Teil der warmen Luft aber sofort nach außen entweicht. An einer weiteren Station können sich die Teilnehmer des „Win-Win-Projektes“ mithilfe eines Strommessgerätes mit eigenen Augen davon überzeugen, wieviel Energie die alten Glühlampen im Vergleich zu modernen Energiesparlampen verbrauchten. Jan-Oliver Schmidt, Schüler der Oberstufe, macht an seiner Station auf das Problem der begrenzten fossilen Energieträger aufmerksam. Den Fünftklässlern wird anhand einer Dampfmaschine vor Augen geführt, dass diese nur arbeitet, solange Kohle verbrannt wird, die Kohlevorkommen aber begrenzt sind. Langfristig sinnvoller und umweltfreundlicher ist es demgegenüber, mit Solartechnik zu arbeiten. Gerald Erhardt, Schüler der Jahrgangsstufe 13, möchte mithilfe seines Energiefahrrades dafür sensibilisieren, wieviel Energie aufgewandt werden muss, damit alltägliche Haushaltsgeräte funktionieren. Das Fahrrad ist mit einem verstärkten Dynamo ausgestattet und über das Treten der Pedale versuchen die Jugendlichen so viel Energie zu erzeugen, dass sie einen Wasserkocher anschalten können. Doch trotz aller Bemühungen klappt es einfach nicht und der Oberstufenschüler berichtet, dass selbst trainierte Schüler der Sportleistungskurse es nicht vermocht haben, ausreichend in die Pedale zu treten, um genug Energie zu erzeugen. Die Umwelt- AG leiht auch Energiemessgerate an die Projektteilnehmer aus, damit diese verborgene „Stromfresser“ zu Hause ausfindig machen können. Ziel der Veranstaltung ist es, dass die Fünftklässler nun bewusst mit ihren Familien versuchen, Energie einzusparen. Nach weiteren drei Monaten sollen die Eltern die finanzielle Ersparnis durch das Energiesparen ausrechnen und die Hälfte des eingesparten Betrages als Belohnung ihren Kindern zukommen lassen. Dabei wünscht sich die Umwelt-AG, dass die Teilnehmer des „Win-Win-Projektes“ die Fragebogen ausfüllen, damit das Thema „Energiesparen“ weiter evaluiert werden kann.
Im nächsten Schuljahr soll das Win-Win Projekt an den naturwissenschaftlichen Unterricht der 5. Klassen in der Orientierungsstufe am Römerkastell angebunden werden, berichtet Philipp Meisinger. Dies bietet sich an, da in den Lehrplänen das Thema „Energiesparen“ festgeschrieben ist und so vielleicht noch mehr Schüler motiviert werden können, sich dem Projekt anzuschließen, hofft der Lehrer.
Christina Froesch



