Wir lassen’s knallen… „Poetry Slam“ der Allgemeinen Zeitung Alzey im Oberhaus

Am 09.03.2012 feierte ein Projekt der Alzeyer Allgemeinen Zeitung Premiere – und wir waren live dabei: Zum ersten Mal veranstaltete die Presse einen Dichterwettstreit im Oberhaus, bei dem 5 MSS-Schüler des Röka gegen junge Poeten der beiden anderen Alzeyer Gymnasien sowie der IGS Wörrstadt antraten.

Bei einem Poetry Slam (to slam = zuknallen, schlagen) tragen Autoren ihre selbst verfassten Texte nach festgelegten Regeln vor. Das Publikum bildet die Jury und kann mittels Stimmtafeln Punkte vergeben.

Eingestimmt wurde das Publikum durch einen Gastbeitrag von Volker Gallé, dem 14 Nachwuchsautoren folgten. Der erste Beitrag des Röka stammte von Paul Cwierz, der mit viel Sprachwitz die Komplexität der deutschen Sprache kritisch betrachtete, um im Folgenden politisches Führungshandeln (aktuell am Beispiel der „causa Wulff“) zu hinterfragen. Christian Hannemann und Nikolaj Rischke widmeten sich ebenfalls einem ernsthaften Thema mit ihrem Beitrag „Frieden und Krieg“, einem kurzen geschichtlichen Abriss von der römischen Antike über mittelalterliche Burgherren bis hin zu gegenwärtigen Konflikten. Mit Blick auf aktuelle Kriegs- und Krisengebiete zogen sie das refrainartig wiederholte Fazit, dass die Menschheit eben nichts dazulerne. Mitreißend dann auch Lisa Felz‘ sehr emotional vorgetragener Monolog „Spring“, der die Gedanken eines Selbstmörders auf subtile Weise thematisiert. Einen komödiantischen Gegenakzent setzte Julia Flügel, die sich in das Seelenleben einer Straßenlaterne hineinversetzte und ihre Alltagssorgen in rheinhessischem Dialekt klagte.

Mit jeweils über 20 Punkten schnitten die Röka-Schüler hervorragend ab, mussten das Siegertreppchen letztendlich jedoch der ELG-Schülerin Mareike Förster überlassen.

Insgesamt bescherten die jungen Poeten den zahlreichen Zuhörern im Oberhaus einen unterhaltsamen und wortgewaltigen Abend. Man darf auf die Folgeveranstaltung am 14. September gespannt sein.
(Tanja Schäfer)

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